AFLE: Warum die Paris Lights 2026 die Erwartungen nicht erfüllt haben und was sich ändern muss


Die Paris Lights starteten mit berechtigten Erwartungen in die erste AFLE-Saison. Eine ausgeglichene Bilanz von 2–2 nach den ersten vier Spielen ließ auf eine erfolgreiche Spielzeit hoffen. Doch in den folgenden zehn Wochen fehlte die nötige Konstanz. Mit einer Bilanz von 3–9 beendeten die Lights die Saison auf dem letzten Platz der North/West Conference.
Eine Offense ohne Rhythmus
Die größten Probleme lagen in der Offense. Mit dem kanadischen Quarterback Evan Hillock setzten die Paris Lights auf eine ungewöhnliche Lösung. Obwohl Hillock auf College-Niveau in Kanada überzeugt hatte und von Saisonbeginn an mit dem Team arbeitete, gelang ihm die vollständige Anpassung an die unterschiedlichen Regeln des europäischen Footballs nicht.
Auch die beiden amerikanischen Receiver fanden nicht wie erhofft mit ihrem Quarterback zusammen. Die Zahlen verdeutlichen die Schwierigkeiten: Paris stellte die schwächste Pass-Offense der Liga und belegte sowohl bei den gesamten Offense-Yards als auch bei den Punkten pro Spiel den vorletzten Platz. 20 Turnover bedeuteten den zweithöchsten Wert der AFLE. Mit 109 Strafen gehörten die Lights zudem zu den drei undiszipliniertesten Teams der Liga.
Diese Probleme verhinderten, dass die Offense über die Saison hinweg einen konstanten Rhythmus entwickeln konnte.
Eine Defense, die mehr verdient gehabt hätte
Während die Offense enttäuschte, zeigte die Defense solide Leistungen. Die Paris Lights ließen ligaweit die viertwenigsten Yards zu und mussten sich dabei nur den Panthers Wroclaw, Rhein Fire und den Vienna Vikings geschlagen geben. Bei den zugelassenen Pass-Yards belegten sie Rang fünf, bei den Rushing-Yards Rang sechs. Zudem erzielten sie die fünftmeisten Sacks der Liga.
Damit verfügte Paris über eine Defense, die durchaus mit den stärksten Teams mithalten konnte. Die schwache offensive Unterstützung und die daraus resultierenden schwierigen Feldpositionen machten es jedoch schwer, diese Leistungen in bessere Ergebnisse umzumünzen.
Special Teams enttäuschten trotz CFL-Routinier
Auch die Special Teams blieben hinter den Erwartungen zurück. Trotz Boris Bede, einem der renommiertesten Spezialisten in der Geschichte der Canadian Football League (CFL), wurden im Saisonverlauf mehrere Kicks geblockt.
Die Fehler kosteten wichtige Scoring-Möglichkeiten und verschlechterten die Feldposition in entscheidenden Situationen. Nicht Bedes individuelle Qualität war das Problem, sondern die mangelnde Ausführung und Absicherung durch seine Mitspieler.
Die Offseason wird richtungsweisend
Für die Paris Lights gilt es nun, die richtigen Schlüsse aus der Saison zu ziehen. Die Defense bietet eine solide Grundlage, und mit Boris Bede verfügt das Team über einen erfahrenen Kicker. Entscheidend werden die Weichenstellungen auf der Quarterback-Position, bei der Ausrichtung der Offense und in der Organisation der Special Teams sein.
Die Voraussetzungen für eine bessere Saison 2027 sind vorhanden. Ob daraus sportlicher Erfolg entsteht, hängt davon ab, ob Paris die strukturellen Schwächen beheben und das vorhandene Potenzial konsequenter nutzen kann.
A.T.
(Quelle: AFLE)





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