top of page

Die AFLE und ihre Investoren

RP Analyse | Düsseldorf · Zwei Unternehmer in Österreich haben sich zu zentralen Figuren des Football-Umbruchs entwickelt. Sie treiben ein Modell voran, das Europa als Markt für US-Investoren neu definieren soll. Und ein ganz großes Vorhaben vorbereiten soll?


Die Fantastischen Vier müssen in diesen Wochen und Monaten ihre helle Freude am europäischen Football haben. Nicht nur, weil sie beim Finale der European League of Football im September im Stuttgart als Halbzeit-Act auftreten durften, sondern vor allem, weil der andauernde Clinch um die Zukunft einer oder mehrerer Ligen herrliche Abkürzungen produziert. ELF, EFA, FFA und AFLE – da fällt einem ja fast zwangsläufig der Fanta4-Abkürzungshit „MfG – Mit freundlichen Grüßen“ von 1999 ein. Kostenloses Marketing at ist best.

Und seit Dienstag sind wir alle also bei der AFLE angekommen, der „American Football League Europe“. Freunde sollen sie aber lieber „The League: Europe“ nennen. Sagt die AFLE. Was sie auch sagt, ist, dass ihr Spielbetrieb für die kommenden fünf Jahre durchfinanziert sei. Von einem „US-based family office“, also einer in den USA beheimateten Organisation, die das private Vermögen einer oder mehrerer wohlhabender Familien verwaltet, steuert und mehren soll.


Europas Football als lohnendes Invest

Sie ist damit eine Liga auf Basis des Investorenmodells, also der Variante, die innerhalb der European Football Alliance (EFA) noch einmal zu einer Abspaltung von Teams wie den Vienna Vikings, Rhein Fire oder den Wroclaw Panthers geführt hatte. Der Rest der EFA – inzwischen ja in den Schoß der ELF zurückgekehrt – befürwortet weiterhin ein Modell, bei dem die Franchises die Liga gemeinsam lenken und finanzieren.

Zurück zur AFLE. Und zum Investor. Mehr als die Info, dass es sich dabei um ein Family Office handelt, verrät die Gründungsmitteilung der Liga aber nicht. Das ist dünn. Also begeben wir uns auf Spurensuche. Und die führt nach Wien. Zu den Vikings. Die haben seit einigen Jahren in Robin Lumsden einen Miteigentümer, der sich zum Ziel gesetzt hat, den Football auf dem Kontinent voranzubringen. Vor allem wirtschaftlich. Als lohnendes Invest. Der österreichisch-amerikanische Rechtsanwalt und Unternehmer hält 30,47 Prozent an den Vikings als Privatperson, 67,53 Prozent gehören der Investment-Firma Venture Equity, an der Lumsden ebenfalls mehrheitlich beteiligt ist.

Robin Lumsden und Joel Nagel, Co-Investoren der Vienna Vikings und Masterminds der AFLE
Robin Lumsden und Joel Nagel, Co-Investoren der Vienna Vikings und Masterminds der AFLE

Nach Lumdsen stieg unlängst auch Joel Nagel als Co-Owner und Investor bei den Wienern ein. Bei der ELF-Mannschaft der Vikings, die in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert ist. Nagel ist ebenfalls Rechtsanwalt. International vernetzt. Von Österreich bis Belize. Mit Lebensmittelpunkt in Wien. Stammt aus Pennsylvania. Ein Pittsburgh-Steelers-Fan, der unter einem Gastbeitrag im Netz eine Jobbezeichnung abgibt, die mit Blick auf die AFLE hellhörig macht:

Joel Nagel is an international asset protection and corporate lawyer who heads SOFOS Partners, a unique shared family office (SFO) with global interests in banking, insurance, sports , media, real estate development, hospitality, and timber.“

Zu Deutsch etwa:

„Joel Nagel ist ein internationaler Anwalt für Vermögensschutz und Unternehmensrecht, der SOFOS Partners leitet, ein einzigartiges Shared Family Office (SFO) mit globalen Interessen in den Bereichen Bankwesen, Versicherungen, Sport, Medien, Immobilienentwicklung, Gastgewerbe und Holz.“

Passen da zwei Puzzlestücke zusammen?

Ein Vikings-Co-Owner, der die Gründung der AFLE auf Basis des Investorenmodells maßgeblich mit vorangetrieben hat, ist im Hauptjob also Leiter einer Organisation, die im Auftrag diverser Familien deren Geld in lohnende Investments stecken soll. Da könnten Puzzlestücke zusammenpassen, oder?

Von links nach rechts: Daphne Barak, Joel Nagel, Susan Nagel, Robin Lumsden
Von links nach rechts: Daphne Barak, Joel Nagel, Susan Nagel, Robin Lumsden

Erhellend sind dazu auch Äußerungen, die Nagel zu Europas Football als Invest im April 2025 schreibt (übersetzt): „

Ich bin optimistisch, was die Zukunft des American Football in Europa angeht, sowohl als Fan als auch als Investor.“

Oder an anderer Stelle:

„Auf professioneller Ebene ist das Investitionspotenzial enorm, nicht unähnlich einem aufstrebenden Start-up.“

Das klingen Begeisterung und Investitionslust durch.

Wenn wir also an dieser Stelle einmal davon ausgehen, dass Nagel, Lumsden und vielleicht noch weitere Partner die Gelder für die AFLE besorgt haben, bleibt eine Frage offen: Wo genau sehen die Investoren das lohnende Invest? Schließlich war die ELF bislang kein ausgewiesener wirtschaftlicher Erfolg. Hierzu findet man nichts – genauso wenig übrigens, wie man Finanzdaten oder Ähnliches zu den SOFOS Partners findet in öffentlich zugänglichen Dokumenten. Über die Höhe des AFLE-Invests ist dann auch zum jetzigen Zeitpunkt nichts bekannt.


Liegt die Antwort auf das Warum am Ende bei der NFL?

Aber es ist einmal mehr Nagel, der einem eine Idee einpflanzt, worin der langfristige Sinn eines AFLE-Invests liegen könnten. Wo der „Return of invest“ zu finden ist. Die Antwort lautet: in der NFL und ihrer Gelddruckmaschine. Die AFLE könnte ein Weg für die AFLE-Investoren sein, früher oder später an die Fleischtöpfe der NFL zu kommen. Dann nämlich, wenn die AFLE sich als Vorstufe einer viel diskutierten NFL Europe Division etabliert in konsequenter Fortführung der International Games.

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen mit Joel Nagel, internationaler Anwalt, Unternehmensleiter und stolzer Miteigentümer der Vienna Vikings, der das Team am Spieltag begleitet. Dieser kurze Zusammenschnitt, der im Juni 2025 von Lena Harrer gedreht wurde, fängt Momente mit Joel, seiner Frau und seinem Mitbesitzer Dr. Robin Lumsden ein, wie sie die Vikings von der Tribüne aus anfeuern. Mit Aufnahmen von den Vorbereitungen vor dem Spiel und der Atmosphäre während des Spiels spiegelt das Video Joels kontinuierliches Engagement für die Verbreitung des American Football in Europa wider.

Zitieren wir an der Stelle noch einmal Joel Nagel selbst (übersetzt):

„Die Vorstellung einer künftigen NFL Europe Division mit Städten wie London, Frankfurt und hoffentlich Wien ist kein Hirngespinst mehr. Es ist strategisch sinnvoll für die Liga, und wir glauben, dass Wien in einer ,Sweet Spot‘-Position ist, um Teil dieser Zukunft zu sein“,

schrieb er im April 2025. Und zitieren wir auch NFL-Commissioner Roger Goodell aus dem Oktober 2022, am Rande eines London-Games:

„Wir versuchen herauszufinden, ob man mehrere Standorte in Europa haben könnte, wo NFL-Franchises ansässig sein könnten. Denn das wäre als Division einfacher.“

In der Wirtschaft wie im Sport ist es nicht unüblich, dass große Akteure (wie hier die NFL) einen „Soft-Launch“ oder eine „Proof-of-Concept“-Plattform durch Dritte finanzieren lassen, um das Risiko zu minimieren, bevor sie selbst massiv investieren.

Im Dezember 2025 gibt es jedenfalls die AFLE. Dank eines Millioneninvests von Joel Nagel und seiner Partner? Als strategischer Schritt der NFL? Wir wissen es nicht. Aber es würde passen. Wie Puzzleteile.


A.T.


 
 
 

Das offene Geheimnis ist gelüftet: Der zweifache europäische Champion geht in der neuen American Football League Europe an den Start. Die Verkündung erfolgt früher als gedacht – und beinhaltet weitere Details zu Organisation und Spielbetrieb.

Nun herrscht endlich offizielle Klarheit:

Rhein Fire spielt 2026 in der American Football League Europe – kurz AFLE oder The League Europe. Das haben Franchise und Liga am Samstagnachmittag bekannt gegeben. Die Liga hatte ihre Gründung erst am vergangenen Dienstag verkündet und dabei lediglich die Länder der teilnehmenden Teams genannt – darunter wenig überraschend Deutschland.

Denn dass Rhein Fire dabei sein würde, wusste eigentlich jeder – nur konnte oder wollte man das noch nicht offiziell sagen. Bis zum 31. Dezember ist Fire soweit bekannt noch in der European League of Football (ELF) unter Vertrag, deshalb wäre die offizielle Verkündung des Beitritts zu einer neuen Liga vielleicht rechtlich problematisch geworden. Offenbar schätzt man die Lage jetzt aber anders ein.


AFLE soll Football in Europa Planungssicherheit geben

„Alle Beteiligten haben in Rekordzeit ein Fundament geschaffen, von dem wir überzeugt sind, dass hieraus ein nachhaltiger und leistungsstarker europaweiter Ligabetrieb entstehen kann“,

wird Rhein Fire-Geschäftsführer Daniel Thywissen in der Mitteilung zitiert. Und weiter:

„Rhein Fire als wohl bekannteste Marke im europäischen Football will nicht nur auf dem Feld ein Zugpferd der neuen Liga sein.“

Planungssicherheit für eine stabile und langfristig finanzierte Zukunft im europäischen Football soll ein „vermögensverwaltendes Family Office aus den USA“ liefern, das die Finanzierung des Ligabetriebs der AFLE für mindestens fünf Jahre garantiert habe. Nach Wochen der Unklarheiten freue man sich nun aufseiten Fires, dass die im Hintergrund geführten Gespräche zu einer guten Lösung geführt haben.

„Fans, Partnern und Sponsoren kann ich nicht genug für ihre Geduld und ihr Vertrauen in unsere Arbeit im Hintergrund danken“,

heißt es von Daniel Thywissen weiter.

„Dieses Vertrauen brauchen wir weiterhin auf allen Ebenen auf dem Weg zum ersten Kick-off 2026.“

Wann der genau erfolgen soll, steht noch nicht fest – wohl aber einige andere Details. Rhein Fire bleibt in Duisburg verankert und wird in der kommenden Football-Saison sechs Heimspiele in der Schauinsland-Reisen-Arena bestreiten. Der Dauerkartenverkauf solle in Kürze starten, wie die Franchise mitteilt. Das Finale der AFLE steigt am 6. September 2026 in Deutschland.

Rhein Fire gibt Titelgewinn als Ziel vor

Die Gründungsteams der neuen Liga kommen aus Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Großbritannien und Monaco. In den kommenden Tagen und Wochen sollen die neben Rhein Fire teilnehmenden Teams offiziell vorgestellt. An der Ausarbeitung arbeitete das AFLE-Ligabüro in Hamburg unter der Leitung von Frank Wendorf.

Ein Ziel hat Rhein Fire – zweifacher Champion der ELF – für die neue Liga auch schon kommuniziert:

„Die sportliche Leitung um General Manager Christoph Lörcks und Sportdirektor Rohat Dagdelen arbeitet bereits seit Wochen am Kader. Mit der neuen sportlichen Heimat steht für alle Beteiligten eine klare Mission: AFLE Championship 2026.“

A.T.

 
 
 

Düsseldorf - RP· 2026 geht die American Football League Europe an den Start. Sie beinhaltet wohl die Teams, die nach wie vor aus der ELF austreten wollen – aber nicht nur die. Es gibt sogar schon einen konkreten Termin für das Finale in Deutschland.



Da ist sie also, die Konkurrenzliga für die European League of Football (ELF) – also vermutlich jetzt wirklich: Die American Football League Europe (AFLE) soll es sein. Und die hat ihre Gründung am Dienstagmorgen nun offiziell bekannt gegeben.


Welche Teams konkret dabei sind, nennt sie allerdings noch nicht. Nur die Länder, aus denen Teams stammen:

  • Österreich,

  • Frankreich,

  • Deutschland,

  • Italien,

  • Monaco,

  • Polen,

  • Vereinigtes Königreich.

Bei manchen muss man kein Hellseher sein: Die Vienna Vikings, Rhein Fire, Berlin Thunder und die Panthers Wroclaw werden dabei sein. Aufgrund der laufenden Verträge mit der ELF können sie es halt noch nicht offen sagen. Wer aus Frankreich, Italien, dem Vereinigten Königreich und Monaco hinzukommt, ist aber unklar.


Was über die AFLE schon bekannt ist:

  • Die AFLE hat ihr Hauptquartier in Hamburg und wird geführt von Frank Wendorf – der war zuletzt „Head of Operations“ der ELF und ist nach der Saison 2025 zurückgetreten. Der Mitteilung vom Dienstag zufolge sei ein Großteil seines vorherigen Teams ebenfalls mit dabei.

  • Die Liga ist die kommenden fünf Jahre durchfinanziert, durch ein US-amerikanisches „Family Office“ – eine Art Vermögensverwaltung für wohlhabende Familien.

  • Während der Gründungsphase wird die AFLE zudem von Till Grönemeyer unterstützt. Sein

    „Hintergrund im Aufbau und der Skalierung von wachstumsstarken Start-ups bringt eine wesentliche Ebene an Struktur, finanzieller Disziplin und strategischer Klarheit in die Liga. In den letzten Jahren hat er Gründer, Investoren und Unternehmen in schnelllebigen Umgebungen beraten“, schreibt die AFLE.

  • Die neue Liga verfügt nach eigenen Angaben schon über zahlreiche fest angestellte Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen (vom Sportlichen über Statistik und Marketing bis hin zur TV-Produktion).

  • Mehr als 60 Schiedsrichter sind laut AFLE dabei.

  • Der Ticketverkauf für die Spiele soll bereits im Januar 2026 beginnen.

  • Ein Finale ist auch schon geplant: Am 6. September 2026 in Deutschland.

  • Der rechtliche Name der Liga ist zwar AFLE, sie will aber vor allem unter diesem Namen auftreten:

The League: Europe.


Zentrale Fragen, die noch unklar sind:

  • Wer sind die Teams genau? Vier können mit großer Sicherheit bestimmt werden, aber Frankreich, Monaco, Italien und das Vereinigte Königreich sind komplett offen. Zudem sind auch zwei Länder dabei, in die auch die ELF (mit Mailand und London) parallel expandieren will.

  • Laut AFLE wird es einen „hoch angesehenen“ Commissioner geben. Wer genau, ist aber noch unbekannt. (Anm.: ich persönlich tippe zwar auf Esuma, aber das kann auch ein Irrtum sein)

  • Der exakte Saisonstart. Denkbar wäre der – mit Blick aufs Finale – um das erste Juni-Wochenende herum, vielleicht davor, vielleicht danach.

  • Wo werden die Spiele zu sehen sein? Die AFLE nannte zwar Punkte für ihre Übertragungsstrategie, konkret wurde sie aber nicht.

Die Ziele der AFLE

Die Liga gibt in ihrer Mitteilung ein Versprechen an Spieler, Trainer und Fans ab. Im Prinzip geht es dabei darum, es besser zu machen als die ELF bisher. Ein sicheres Umfeld soll es geben, auch finanziell; eine gute und verlässliche Organisation, Nachhaltigkeit; Transparenz.

„Das ist keine Patchwork-Lösung“,

verspricht die AFLE:

„Dies ist der Beginn von etwas, das auf Vertrauen, Stabilität und langfristiger Verantwortung basiert – für alle, die diesen Sport lieben, und für alle, die einen Teil ihres Lebens dafür geben.“

Mehr Infos folgen sicher bald – und ab dem 1. Januar gibt es dann auch keine Einschränkungen mehr für Rhein Fire und Co.




A.T.

 
 
 
bottom of page