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Vienna Vikings (AFLE): Pressegespräch vor Week 5 at London Warriors

  • Autorenbild: A.T.
    A.T.
  • vor 15 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

London-Reise als besondere Herausforderung

Coach Chris Calaycay betont, dass die Reise nach London organisatorisch deutlich komplizierter ist als gewöhnliche Auswärtsfahrten. Durch den Brexit mussten Visa, Reisepässe, Zollformalitäten und der Transport der Ausrüstung aufwendig koordiniert werden.

Zusätzliche Schwierigkeiten entstanden durch die hohe Auslastung Londons an diesem Wochenende. Die Konzerte von Harry Styles sowie das traditionsreiche Ascot-Wochenende  führten zu Problemen bei Hotelbuchungen und der Reiseplanung.

Die wichtigste Botschaft des Coaching Staff an die Mannschaft lautet daher:

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.


Einschätzung der London Warriors

Coach Chris Calaycay sieht die größte Stärke der London Warriors in ihrer ungewöhnlichen Offense.

Besonders auffällig:

  • viele große Passempfänger

  • mehrere Tight Ends als zentrale Waffen

  • häufige Nutzung großer Spieler auch auf Receiver-Positionen

  • Quarterback Karé Lyles verteilt den Ball sehr gut

Calaycay bezeichnete Londons Angriff praktisch als eine Art „13 Personnel in einer Receiver-Formation“, da viele der Passempfänger die Körpermaße klassischer Tight Ends besitzen.

Besonders hob er hervor:

  • Nr. 87 Eden Thiede-Palmer („Baby Gronk“)

  • Nr. 84 Kevin Laryea

  • Nr. 0 Henry Rowland

Alle drei verfügen über außergewöhnliche Größe und Physis.

Die Vikings sehen jedoch Vorteile bei der eigenen Defense:

  • Geschwindigkeit

  • Secondary

  • Pass Rush

Calaycay betonte mehrfach sein Vertrauen in die Vikings-Defense.

Der Schlüssel werde sein, Karé Lyles nicht komfortabel in der Pocket agieren zu lassen.


Warum die Vikings bisher ungeschlagen sind

Auf die Frage nach dem 4:0-Start nannte Calaycay mehrere Gründe:


Konstanz

Die Vikings hätten bereits in den letzten Jahren bewiesen, dass sie längere Siegesserien aufbauen können.

Kadertiefe

Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Kaderplanung war es, ausreichend Qualität in der Breite zu schaffen. Wenn ein Leistungsträger ausfällt, stehen sofort weitere Spieler bereit.

Als Beispiel nannte er das letzte Spiel: Als DJ Stewart fehlte, übernahmen die Tight Ends größere Rollen im Passspiel.

Belastungssteuerung

Calaycay erklärte, dass die Vikings bewusst keine extrem langen Vollkontakt-Trainings absolvieren.

Während andere Teams teilweise zwei Stunden Vollkontakt trainieren, setzen die Vikings stärker auf Regeneration und Spielergesundheit.


Die Bedeutung der Tight Ends

Ein großes Thema des Press Talks war die herausragende Tight-End-Gruppe der Vikings.

Calaycay erklärte, dass Spieler wie

  • Bernhard Seikovits

  • Florian Bierbaumer

der Offense enorme Vielseitigkeit verleihen.

Die Vikings seien dadurch extrem ausgeglichen geworden.

Statt eines dominierenden Star-Receivers wie z.B. Cody Cruikshank im Vorjahr verteile sich die Produktion inzwischen auf viele Schultern.

Calaycay hob hervor:

„Wir haben sechs Spieler mit ungefähr zehn Catches und etwa 200 Yards.“

Das mache die Offense deutlich schwerer ausrechenbar.


Starke Vikings-Defense

Calaycay führte die bislang starke Defense vor allem auf die enorme Tiefe der Defensive Line zurück.

Er nannte unter anderem:

  • Alejandro "Iceman" Fernandez

  • Sean Rae Trotter

  • Thomas Schaffer

  • Florian Sudi

  • Malek Jaradat

  • P.Y. Mayo

  • Max Grünsteidl

  • Fabian Schmid

Durch die ständige Rotation seien die Pass Rusher auch im vierten Viertel noch frisch.

Die bislang 13 Sacks nach vier Spielen seien das Ergebnis dieser Tiefe und einer aggressiven Spielweise.


Aussagen von Bernhard Seikovits zur bisherigen Saison

Seikovits erklärte, dass er sich trotz seiner Rückkehr nach Wien nie wirklich von Österreich entfernt gefühlt habe.

Er habe:

  • jede Offseason in Österreich verbracht

  • engen Kontakt zu Familie und Freunden gehalten

  • den Kontakt zu den Vikings nie verloren

Seine Rückkehr beschrieb er als:

„Eine Heimkehr, obwohl ich eigentlich nie wirklich weg war.“

Zusammenarbeit mit Ben Holmes

Seikovits betonte, dass sich die Verbindung zu Quarterback Ben Holmes Woche für Woche verbessert. Besonders wichtig sei dabei die Zeit außerhalb des Footballs.

Er erklärte, dass Vertrauen nicht nur auf dem Spielfeld entsteht, sondern auch durch persönliche Beziehungen.

Seine Rolle in der Offense

Seikovits machte deutlich, dass er inzwischen großen Wert auf seine Arbeit als Tight End legt.

Vor allem das Blocking bereitet ihm Freude.

Er sagte sinngemäß:

Auch wenn er selbst keinen Touchdown erzielt, freut er sich über erfolgreiche Laufspielzüge, weil sein Blocking dazu beigetragen hat.

Das zeigt die teamorientierte Kultur innerhalb der Vikings.


Als kleines Extra, die Zusammenfassung -

Bernhard Seikovits über seine NFL-Erfahrungen

Vier Jahre bei den Arizona Cardinals

Seikovits korrigierte zunächst die Annahme eines Journalisten:

Er war nicht drei, sondern vier Jahre bei den Arizona Cardinals.

Er bezeichnete diese Zeit insgesamt als:

„Eine großartige Erfahrung.“

Einfluss von Steve Heiden

Besonders dankbar zeigte er sich gegenüber seinem ersten Tight-End-Coach:

Steve Heiden

Laut Seikovits war Heiden der erste Coach, der ihm die Position des Tight Ends wirklich beigebracht habe.

Er lobte vor allem:

  • Geduld

  • Vertrauen

  • zusätzliche Einsatzmöglichkeiten trotz Fehlern


Keine Reue über die NFL-Zeit

Obwohl ihm der Sprung in den aktiven NFL-Kader letztlich nicht dauerhaft gelang, blickt Seikovits positiv auf diese Jahre zurück.

Er sagte sinngemäß:

Er habe alles gegeben und nichts unversucht gelassen.

Warum es am Ende nicht für eine größere Rolle gereicht habe, könne er nicht beantworten.

Diese Entscheidungen würden Spielern oft nie erklärt. Trotzdem habe er keine Reue.

Weg über das IPP-Programm

Seikovits erinnerte daran, dass er:

  • kein College Football spielte

  • über das International Player Pathway Program (IPP) in die NFL kam

Dadurch sei sein Weg deutlich schwieriger gewesen als jener vieler amerikanischer Spieler.


Was er aus der NFL mitgenommen hat

Auf die Frage nach seiner wichtigsten Erkenntnis antwortete er ohne Zögern:

Blocking

In Arizona bestand laut Seikovits ungefähr 80 Prozent seiner Arbeit aus:

  • Run Blocking

  • Pass Protection

  • Special Teams

Dort habe er gelernt, die körperliche Seite der Tight-End-Position auf höchstem Niveau zu spielen.


Coach Calaycay über Seikovits' Entwicklung

Calaycay gab interessante Einblicke in Seikovits' Karriereweg:

  1. Quarterback

  2. Receiver

  3. Tight End

  4. NFL (IPP)

  5. Rückkehr zu den Vikings

Der Coach erklärte, dass Seikovits ursprünglich Quarterback war und später als Receiver eingesetzt wurde.

Erst als sich die Möglichkeit des IPP-Programms ergab, erfolgte der Wechsel auf Tight End.

Calaycay betonte dabei besonders:

  • seine Ballfähigkeiten

  • seinen Football-IQ

  • seinen Ehrgeiz

Diese Eigenschaften hätten letztlich den NFL-Traum ermöglicht.


Filmstudium in der NFL

Ein weiterer interessanter Punkt war Seikovits' Vergleich zwischen NFL und Europa.

In Arizona:

  • sehr viele Meetings

  • intensive Videoanalysen mit den Coaches

  • Fokus auf Gegnerstudium

In Europa:

  • weniger Meetingzeit

  • mehr Eigenverantwortung

  • stärkerer Fokus auf Selbstanalyse

Er erklärte, dass er heute deutlich häufiger sein eigenes Tape analysiert als während seiner NFL-Zeit.


Persönliches Leben in Arizona

Seikovits sprach auch über sein Leben außerhalb des Footballs.

Positiv in Erinnerung geblieben sind:

  • das Essen

  • die Menschen

  • die Erfahrungen mit den Cardinals

Weniger begeistert war er von:

  • der Wüstenlandschaft

  • der extremen Sommerhitze

Außerdem erzählte er, dass er gemeinsam mit seiner Frau mehrere Hunde aus dem Arizona Humane Shelter aufgenommen hatte.

Einer davon – Bruno – wurde schließlich zum Familienhund und zog mit ihnen von Arizona nach Österreich um.


A.T.

(Quelle: Vienna Vikings - Pressegespräch)

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