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Berlin Thunder (AFLE): Das Spiel, das Berlin gebraucht hat - Warum die Thunder gegen Rhein Fire funktionierten

  • Autorenbild: A.T.
    A.T.
  • vor 1 Stunde
  • 3 Min. Lesezeit
AFLE - 23.06.2026
AFLE - 23.06.2026

Die Berlin Thunder erzielten gegen einen der Top-Favoriten der Liga 303 Passing Yards und 161 Rushing Yards – und gingen dennoch als Verlierer vom Feld. Doch das Game Tape erzählt eine andere Geschichte als das Ergebnis auf der Anzeigetafel. Die Frage lautet nun: War der Sonntag ein Wendepunkt oder nur ein kurzer Ausblick auf das Potenzial dieser Mannschaft?


Nach dem düsteren Tag in Wroclaw erwachten die Thunder wieder zum Leben

Nach der schweren Niederlage gegen die Wroclaw Panthers trat Jakeb Sullivan vor die Mikrofone und sagte:

„Wir wachsen als Team noch zusammen. (...) Wir müssen die positiven Dinge aus diesem Spiel mitnehmen, auch wenn es nur wenige waren.“

In Berlin blieben das nicht nur Worte. Eine Woche später lieferten die Thunder ihre bislang kompletteste Offensivleistung der Saison ab: 303 Passing Yards, 161 Rushing Yards, vier verschiedene Touchdown-Scorer – und sie waren nur Sekunden davon entfernt, einen echten Titelkandidaten zu schlagen.

Sullivan führt die Liga seit Woche eins bei den Passing Yards an und produziert konstant starke Zahlen durch die Luft. Dennoch häuften sich die Niederlagen: zuerst die knappe Pleite in Wien, dann die gegen Wroclaw. Die Hauptursachen waren meist dieselben:


Strafen und permanenter Druck auf den Quarterback.

  • 13 Penalties für 118 Yards gegen Wien,

  • 10 für 115 Yards gegen Florenz und

  • 16 für 110 Yards gegen die Alpine Rams.

Hinzu kommt ein Protection-Problem, das die Thunder seit dem Saisonauftakt begleitet.


Sullivan ist der am häufigsten gesackte Quarterback der AFLE:

  • sechs Sacks gegen Wien,

  • vier gegen Rhein Fire und

  • drei gegen Wroclaw.

Ständiger Druck erzwingt schnelle Entscheidungen – und schnelle Entscheidungen unter Druck führen nur selten zu neuen First Downs.

Gegen Rhein Fire entwickelten sich beide Zahlen in die richtige Richtung. Sieben Penalties für 65 Yards. Vier Sacks – immer noch zu viele, aber weniger als gegen Wien. Noch nicht sauber, aber deutlich sauberer. Und in einer Liga, in der die Unterschiede oft minimal sind, machte sich genau dieser Fortschritt auf der Anzeigetafel bemerkbar.

Die Waffen bekamen endlich ihre Bühne

Der vielleicht wichtigste Moment gegen Rhein Fire entstand jedoch durch etwas, das Berlin die gesamte Saison über vermissen ließ: ein funktionierendes Laufspiel.

Kai Hunter erzielte zwei Rushing Touchdowns, während Tomiwa Oyewo mit mehreren Big Plays überzeugte. Besonders sein 57-Yard-Lauf zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial das Berliner Backfield besitzt, wenn es die entsprechenden Möglichkeiten erhält.

Die Zahlen erzählen die Geschichte einer Mannschaft, die lange Zeit zu eindimensional agierte. Gegen Wien gelangen lediglich 44 Rushing Yards, davon 18 durch Sullivan, der vor Druck aus der Pocket flüchtete. Gegen die Alpine Rams gab es zwar eine leichte Verbesserung, doch immer noch kamen 38 der insgesamt 103 Rushing Yards vom Quarterback selbst statt von den Running Backs.

Ohne ein konstantes Laufspiel wussten die Defenses genau, was auf sie zukam. Gegen Rhein Fire änderte sich dieses Verhältnis endlich. 161 Rushing Yards zusätzlich zu 303 Passing Yards zwangen die gegnerische Defense dazu, beide Dimensionen der Offense zu respektieren.

Zum ersten Mal in dieser Saison stand Sullivan sein komplettes Arsenal zur Verfügung:

  • Kai Hunter und

  • Tomiwa Oyewo sorgten für ein echtes Ground Game.

  • Bais Kouanda glänzte mit zwei Receiving Touchdowns.

  • Jon Cole steuerte einen weiteren Touchdown bei.

Vier gefährliche Receiver, zwei produktive Running Backs und ein Quarterback, der den europäischen Football bestens kennt. Als all diese Komponenten gleichzeitig funktionierten, hatte die Defense keine Antworten mehr. Die Thunder bewegten den Ball gegen Rhein Fire nicht nur erfolgreich – sie taten es erstmals in dieser Saison nach ihren eigenen Vorstellungen.

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Das Team hat weiterhin Arbeit vor sich

Die entscheidende Frage bleibt, ob das Spiel gegen Rhein Fire tatsächlich ein Wendepunkt war oder lediglich ein kurzer Einblick in das vorhandene Potenzial. Die ehrliche Antwort lautet: Das weiß derzeit niemand.

Was Berlin jedoch gezeigt hat, war zu komplett, um es einfach abzutun. Die Niederlage schmerzt weiterhin – und das sollte sie auch. Aber eine Bilanz von 2-3 fühlt sich anders an, wenn man eine Leistung wie diese im Rücken hat.

Dennoch bleibt viel Arbeit.

Vor allem die Offensive Line muss sich steigern. Sullivan kann nicht dauerhaft der am häufigsten gesackte Quarterback der Liga bleiben und gleichzeitig auf bessere Ergebnisse gegen Playoff-Kaliber hoffen.

Auch die Defense muss einen weiteren Schritt nach vorne machen. Die Firenze Red Lions oder die Alpine Rams in Schach zu halten, ist die eine Sache. Die Top-Teams der Liga in entscheidenden Momenten zu stoppen, eine ganz andere.

Die Playoffs kommen in dieser Liga schneller als man denkt, und Berlin kann es sich nicht leisten, nur phasenweise zu funktionieren.


Als Nächstes wartet Wien – ein Rematch, das erste Heimspiel der Saison und die Chance, aus dem starken Auftritt vom Sonntag mehr als nur eine Randnotiz zu machen.

Die Thunder wissen nun, wie es aussieht, wenn alles zusammenpasst. Jetzt müssen sie beweisen, dass sie es auch dann abrufen können, wenn es wirklich zählt.




A.T.

(Quelle: AFLE)

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