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Stuttgart Surge: Abschied von Jordan Neuman – der Coach hat bereits einen neuen Job

  • Autorenbild: A.T.
    A.T.
  • vor 4 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Football-Trainer Jordan Neuman verlässt Stuttgart Surge, nachdem der Club einen Insolvenzantrag gestellt hat. Angeblich zieht es den Meistermacher nach Österreich.

Das Finale im September in der MHP-Arena war sein letztes Spiel an der Seitenlinie von Stuttgart Surge: Coach Jordan Neuman freut sich mit Luca Siebert über den Gewinn der Meisterschaft
Das Finale im September in der MHP-Arena war sein letztes Spiel an der Seitenlinie von Stuttgart Surge: Coach Jordan Neuman freut sich mit Luca Siebert über den Gewinn der Meisterschaft

Es gab Fans von Stuttgart Surge, die wollten sich trotz der schlechten Nachrichten unbedingt den Glauben an eine Wende zum Guten bewahren. Sie machten sich mit dem Argument Mut, dass der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ja nicht zwangsläufig das endgültige Aus bedeuten müsse. Doch auch den letzten Optimisten wurde am Montagabend jegliche Grundlage für ihre Hoffnungen entzogen: Der amtierende Meister der European League of Football (ELF), der für sich selbst keine wirtschaftliche Perspektive mehr sieht, gab den Abschied von Jordan Neuman bekannt. Und ohne den charismatischen Coach ist ein Neuanfang, der ohnehin äußerst unwahrscheinlich gewesen ist, erst recht nicht vorstellbar.

Wie wichtig der Cheftrainer für das Projekt war, verdeutlichte Surge-Medienchef Sascha Müller in einer ausführlichen Pressemitteilung.

„Er prägte die Franchise wie kein anderer und führte das Team in eine neue Ära“,

heißt es darin unter anderem,

„Jordan Neuman etablierte eine klare Identität, formte eine leistungsorientierte, professionelle Kultur und brachte seine authentische, zielstrebige und motivierende Art täglich ein. Er schaffte es, nicht nur das Team, sondern auch die Fans, die Partner und die gesamte Region mitzunehmen. Der Erfolg wäre ohne ihn undenkbar gewesen, Stuttgart Surge nicht das geworden, was es war.“

Jordan Neuman ist bei Stuttgart Surge der Erfolgsgarant

Noch schöner hat es nur Konstantin Katz ausgedrückt.

„Wo auch immer Coach Neuman in Zukunft arbeitet“,

sagte der Defensive Back von Stuttgart Surge zum Abschied des Meistermachers,

„wird das Gras ein bisschen grüner sein.“
Der größte Moment in der Karriere von Jordan Neuman (re.): ELF-Geschäftsführer Zeljko Karajica überreicht dem Chefcoach von Stuttgart Surge in der MHP-Arena die Meister-Trophäe
Der größte Moment in der Karriere von Jordan Neuman (re.): ELF-Geschäftsführer Zeljko Karajica überreicht dem Chefcoach von Stuttgart Surge in der MHP-Arena die Meister-Trophäe

Der Respekt vor der Leistung von Jordan Neuman (42), der nach sieben Jahren als Cheftrainer der Schwäbisch Hall Unicorns Ende 2022 das Stuttgarter Team übernahm, das gerade eine Saison mit zwölf Niederlagen in zwölf Spielen hinter sich hatte, ist enorm. Der US-Amerikaner stellte einen Kader zusammen, der erst Vizemeister wurde (2023), dann ganz knapp den erneuten Finaleinzug verpasste (2024) und schließlich ELF-Champion geworden ist (2025) – vor allem dank der Führungsqualitäten von Jordan Neuman.

„Er ist ein ganz besonderer Coach“,

meinte Offensive Tackle Emmanuel Häfele am Ende der gemeinsamen Reise. Und Wide Receiver Florian Lengauer erklärte:

„Jeder hatte total Bock darauf, unter ihm zu spielen.“

Diese Wertschätzung beruhte auf Gegenseitigkeit.


Eigentlich hatte Jordan Neuman geplant, noch viele Jahre mit Stuttgart Surge erfolgreich zu sein. Umso mehr schmerzen ihn nun die Zahlungsunfähigkeit des Clubs und das bevorstehende Insolvenzverfahren.

„Es tut sehr weh, der Abschied fällt mir schwer. Ich bin unendlich traurig“,

sagte er am Montagabend. Zu den wirtschaftlichen Problemen wollte er sich nicht weiter äußern

„Alle haben hart gearbeitet, um eine Lösung zu finden“,

ein Punkt allerdings war ihm wichtig:

„Den Vorwurf, Stuttgart Surge habe sich den Erfolg erkauft, weise ich aufs Schärfste zurück. Das Gegenteil war der Fall. Viele Spieler haben bei uns weniger bekommen, als sie woanders hätten verdienen können. Folglich war es sehr hart und schwierig, dieses Team aufzubauen. Bei uns waren andere Werte wichtig.“

Jordan Neuman:

„Wir waren wie eine große Familie“

Auch deshalb wird Jordan Neuman die Zeit in Stuttgart immer in Erinnerung bleiben.

„Der Zusammenhalt, nicht nur im Trainer-Team, war etwas ganz Besonderes. Es klingt zwar wie ein Klischee, aber wir waren tatsächlich wie eine große Familie, die jede Herausforderung gemeistert hat. Ich bin zutiefst dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Franchise und diese unglaubliche Gruppe von Menschen, in der sich alle gegenseitig geschätzt haben, in den letzten drei Jahren zu leiten. Ich werde sie vermissen!“

Und trotzdem eine neue Aufgabe beginnen.

Schon als er hörte, dass es in Stuttgart finanziell eng werden könnte, hat Profi-Trainer Neuman seine Kontakte genutzt und nach Alternativen Ausschau gehalten. Die Meldung des Football-Insiders Dirk Jaschok in den sozialen Medien, er werde als Offensive Coordinator zu den Vienna Vikings gehen und dort mittelfristig Chris Calaycay als Cheftrainer ablösen, wollte Jordan Neuman gegenüber unserer Zeitung nicht bestätigen. Er sagte nur:

„Ich werde Coach in Europa bleiben, doch es wäre unfair, wenn die Nachricht, wo ich künftig arbeite, von mir kommen würde.“

Folglich ließ er am Montagabend auch die Frage unbeantwortet, ob er sich bereits in Wien befinde, wo er am Dienstag von den Vikings vorgestellt werden könnte. Klar ist aber, dass ein Wechsel nach Österreich naheliegt – es wäre schließlich eine Rückkehr.

OC Jordan Neuman und HC Chris Calaycay, Perfect Season & Austrian Bowl Winner 2013 mit dem AFC Vienna Vikings
OC Jordan Neuman und HC Chris Calaycay, Perfect Season & Austrian Bowl Winner 2013 mit dem AFC Vienna Vikings

Schon von 2011 bis 2013 arbeitete Jordan Neuman als Offensive Coordinator unter Chris Calaycay, der seit 2007 Cheftrainer der Vikings ist. Zuletzt standen sich die beiden US-Amerikaner am 7. September im ELF-Finale in Stuttgart gegenüber, in dem Jordan Neuman sich mit seinem Team dank Louis Geyer, der drei Touchdowns erzielte, und einer überragenden Defensivleistung durchsetzte. Eine bessere Bewerbung hätte er nicht abgeben können – auch wenn damals noch niemand davon ausging, dass Neuman schon bald einen neuen Arbeitsplatz benötigen würde.


Anm.: Auch Vienna Vikings ALL IN hat, unabhänging von diesem Artikel, von der bevorstehenden Vorstellung Jordan Neumans als OC des Profiteams der Vienna Vikings erfahren. Wir freuen uns auf diesen hochkarätigen Zugang, der den Weg und das Ziel der Vienna Vikings unterstreicht.


A.T.

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