Rhein Fire (AFLE): „Wir wollen wieder physischen Football spielen“ - OC Rohat Dagdelen
- A.T.

- vor 3 Stunden
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OC Rohat Dagdelen beschreibt die offensive Identität von Rhein Fire
Rhein Fire gehen mit klaren Ambitionen in die kommende Saison. Nach einem turbulenten Jahr und bedeutenden Veränderungen in der American Football League of Europe hat die Franchise ihren Kader und die Coaching-Struktur neu aufgebaut. Im Zentrum dieses Prozesses steht Offensive Coordinator Rohat Dagdelen, der bereits in der vergangenen Saison eine wichtige Rolle beim Aufbau des Teams und bei der Definition der offensiven Identität spielte – und auch in der kommenden Saison wieder dabei sein wird.
Jetzt, da die Kaderplanung größtenteils abgeschlossen ist, glaubt Dagdelen, dass das Fundament für das nächste Kapitel von Rhein-Fire-Football gelegt wurde.
Aufbau des Rhein-Fire-Kaders nach einer turbulenten Saison
Für Dagdelen begann die Offseason mit einer ehrlichen Analyse der Situation nach einem schwierigen Jahr.
„Um ehrlich zu sein: Nach den Veränderungen in der Liga und der turbulenten letzten Saison war es keine leichte Aufgabe, diese Rolle zu übernehmen“,
sagte Dagdelen.
„Gleichzeitig wurde mir schnell klar, welche Vision wir für Rhein Fire haben und wohin wir uns als Organisation wieder entwickeln wollen.“
Der erste Schritt war eine detaillierte Bewertung sowohl der Schwächen des Teams als auch der Faktoren, die in der Vergangenheit zum Erfolg geführt hatten.
„Der erste Schritt war eine ehrliche Analyse: Wo lagen unsere Herausforderungen und was hat uns in den erfolgreichen Jahren stark gemacht“,
erklärte er.
„Darauf basierend haben wir entschieden, worauf wir unseren Fokus legen müssen.“
Laut Dagdelen setzte die Organisation bei der Kaderzusammenstellung eine klare Priorität: die Rückkehr zu den Grundwerten, die das Team einst ausgezeichnet haben.
„Für uns war es besonders wichtig, die Werte zurückzubringen, die Rhein Fire geprägt und uns zu Champions gemacht haben: eine starke Teamkultur, echten Konkurrenzkampf auf jeder Position und Tiefe im gesamten Kader.“
Charakter und Kultur im Mittelpunkt der Kaderplanung
Dagdelens Ansatz beim Teamaufbau ist stark von seiner eigenen Vergangenheit bei der Franchise geprägt. Als ehemaliger Quarterback von Rhein Fire kennt er die interne Kultur, die in früheren Saisons zum Erfolg geführt hat.
„Weil ich selbst viele Jahre bei Rhein Fire gespielt habe, weiß ich genau, welche Werte diese Organisation ausmachen“,
sagte er.
„Deshalb ging es bei der Kaderplanung nicht nur um Talent, sondern vor allem um Charakter.“
Im Recruiting-Prozess wurde gezielt nach Spielern gesucht, die zu dieser Mentalität passen.
„Wir haben gezielt nach Spielern gesucht, die unsere Kultur verstehen und leben. Spieler, die Wettbewerb lieben, füreinander arbeiten und jeden einzelnen Tag besser werden wollen.“
Für Dagdelen ist die Kombination aus individueller Qualität und starker Teamchemie entscheidend.
„Rhein Fire war in den letzten Jahren besonders erfolgreich, weil wir nicht nur individuelles Talent hatten, sondern auch große Kadertiefe und einen starken Zusammenhalt im Team“,
fügte er hinzu.
Import-Spieler sollen Führung und Einfluss bringen
Neben zurückkehrenden Veteranen hat Rhein Fire den Kader auch mit wichtigen internationalen Neuzugängen verstärkt, darunter der amerikanische Quarterback Kenji Bahar, der amerikanische Wide Receiver Kaylon Geiger sowie die amerikanischen Defensive Backs Cam’ron Kelly und Nazir Streater.
Für Dagdelen geht es bei Import-Spielern jedoch um mehr als nur sportliche Fähigkeiten.
„Bei Import-Spielern geht es nicht nur darum, reine Playmaker zu verpflichten, die auf dem Feld performen“,
erklärte er.
„Genauso wichtig ist, dass sie als Persönlichkeiten wirken – als Führungsspieler, die Erfahrung ins Team bringen und andere Spieler besser machen.“
Das Trainerteam investierte viel Zeit in die sorgfältige Auswahl.
„Wir haben viel Zeit in den Auswahlprozess investiert und ich glaube, dass wir vier absolute Top-Spieler verpflichtet haben, auf die wir uns sehr freuen.“
Entwicklung der Rhein-Fire-Offense als Coordinator
Dagdelen geht außerdem mit mehr Erfahrung in seine Rolle als Offensive Coordinator als noch in der Saison 2025. Nachdem er die Verantwortung im vergangenen Jahr übernommen hatte, beschreibt er diese Saison als wichtigen Schritt in seiner Entwicklung als Coach.
„Ich hatte in meiner Karriere das Glück, viele Top-Coaches beobachten und von ihnen lernen zu können“,
sagte er. Dennoch bringt die Leitung einer Offense eine andere Verantwortung mit sich.
„Als Offensive Coordinator diese Verantwortung zu tragen, ist natürlich etwas anderes“,
erklärte Dagdelen.
„Das Vertrauen der Spieler war für mich eine große Motivation, sie in die bestmögliche Position zu bringen und alles zu tun, damit sie auf dem Feld erfolgreich sein können.“
Er sieht die vergangene Saison als Teil eines Lernprozesses.
„Es war eine wichtige Lernphase für mich – mit vielen positiven Erfahrungen, aber auch mit Situationen, aus denen man lernen musste.“
Eine physische offensive Identität für Rhein Fire
„Wir wollen wieder physischen Football spielen“,
sagte er.
„Unsere Offense soll eine Härte und Präsenz haben, die man auf dem Feld spürt.“
Für Dagdelen beginnt Identität nicht beim Spielsystem, sondern bei der Mentalität.
„Es geht nicht nur um das System, sondern vor allem um die Mentalität, mit der wir Football spielen. Unsere Philosophie ist, dass jeder Gegner weiß, was ihn erwartet, wenn er gegen uns antritt.“
Das bedeutet Intensität bei jedem Spielzug.
„Wir wollen eine Offense sein, die physisch spielt, konstant arbeitet und jeden Snap mit maximaler Intensität angeht.“
Eine Botschaft an die Rhein-Fire-Fans
Während sich das Team auf die kommende Saison vorbereitet, wandte sich Dagdelen auch an die Fans, die Rhein Fire trotz der Veränderungen weiterhin unterstützt haben.
„Ich bin besonders dankbar für alle Fans, die trotz aller Turbulenzen an unserer Seite geblieben sind“,
sagte er.
„Ja, es gibt Veränderungen – aber manchmal sind sie notwendig, um sich weiterzuentwickeln.“
Für ihn bleiben die Fans eine konstante Motivationsquelle.
„Meine Motivation ist jeder einzelne Fan – genauso wie unsere Spieler“,
sagte Dagdelen.
„Ich kann den Fans versprechen, dass wir alles investieren werden, um ein Team aufs Feld zu bringen, auf das sie stolz sein können.“
Mit einem neu gestalteten Kader, erneuerter Kultur und einer physischen offensiven Philosophie will Rhein Fire nun den nächsten Schritt machen – gemeinsam mit den Fans und Offensive Coordinator Rohat Dagdelen.
A.T.
(Quelle: AFLE - The League Europe)





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