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Investor oder Eigentümerliga? – Worum die EFA beim Finanzierungsmodell ringt

  • Autorenbild: A.T.
    A.T.
  • 13. Nov.
  • 3 Min. Lesezeit

Analyse ! Düsseldorf ! RP online · Wie bezahlt man eine Liga, die sich der ELF entgegenstellen will? Die EFA streitet um zwei Wege: ein gemeinsames Eigentumsmodell nach NFL-Vorbild oder den Einstieg externer Geldgeber. Beide Ansätze haben klare Vorteile – und bergen unstrittige Risiken.


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Inhalt des Artikels


Die European Football Alliance (EFA) hat ihren ersten großen öffentlichen Disput. Es geht um die Finanzierung der angestrebten Liga der zehn abtrünnigen Teams der European League of Football (ELF). Vor allem geht es dabei um ein „NFL-Modell“, das an das System der US-Liga angelehnt ist, auf der einen Seite und den möglichen Einstieg eines Investors auf der anderen. Rhein Fire plädierte für letztere Variante. Was die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile der beiden Modelle sind:

Wie funktioniert das „NFL-Modell“?

Dieses Modell war der ursprüngliche Gedanke der EFA. Die Franchises besitzen gemeinsam die Liga und treffen die wichtigen Entscheidungen gemeinsam. Ausgeführt werden sie dann von einem von ihnen bestimmten und bezahlten Geschäftsführer. In der ELF ist es bislang andersherum: Die Liga bestimmt die Regeln über die Franchises hinweg.

Man kann sich das Ganze wie eine Pyramide vorstellen: In der ELF steht oben in der Spitze die Liga mit der Macht über die Franchises unten. Im „NFL-Modell“ steht diese Pyramide auf dem Kopf; sie ist oben breit mit den Teams, und unten spitz befindet sich die Liga-Gesellschaft als ausführendes Organ.

Welche Vor- und Nachteile gibt es beim NFL-Modell?

Die Franchises kritisieren die ELF auch dafür, zu selten im Sinne der Teams zu handeln. Sie bemängelten fehlendes Mitspracherecht bei allen die Liga betreffenden Themen. Im „NFL-Modell“ ist das anders, hier bestimmen die Franchises gemeinsam alles Geschäftliche und Sportliche der Liga.

Der Nachteil liegt auf der Hand: Zehn Teams bedeutet potenziell zehn Meinungen, die in quasi jeder einzelnen Frage einen Konsens finden müssen – was naturgemäß zu Streitigkeiten führen könnte. Wie eben jetzt bei der Frage, wie sich die Liga finanzieren soll.

Wie finanziert sich die Liga im NFL-Modell?

Durch die Franchises. Sie müssten bereits zum Ligastart weiteres Kapital einbringen, um den Spielbetrieb gewährleisten zu können. Das beinhaltet Kosten wie Schiedsrichter oder TV-Produktionen. Insgesamt geht es dabei um mehrere Millionen Euro. Bisher hat keine der Franchises schwarze Zahlen geschrieben, es würde also weitere Investitionen seitens der Owner bedeuten, ohne mit Renditen rechnen zu können.

Weitere Gelder kämen durch etwaige TV-Verträge oder Liga-Sponsoren hinein. Die Franchises würden dabei die volle Kontrolle über die Liga behalten.


Vienna Vikings Main Owner Robin Lumsden preferiert ein Modell mit einem strategischen Invester. Aktuell feilt man an entsprechenden Einigungen und soll demnächst an die Öffentlichkeit gehen.
Vienna Vikings Main Owner Robin Lumsden preferiert ein Modell mit einem strategischen Invester. Aktuell feilt man an entsprechenden Einigungen und soll demnächst an die Öffentlichkeit gehen.

Was bedeutet im zweiten Modell der Einstieg eines Investors?

Die Franchises müssten je nach Summe weniger bis gar kein Geld über ihre obligatorischen Kosten für Stadion oder Reisen hinaus in die Liga stecken, denn das käme ja dann von außen. Die Liga wäre also sofort „flüssig“ und die finanziellen Sorgen vorerst kleiner.

Der Nachteil: Ein Investor würde sein Geld natürlich nicht verschenken, sondern an Bedingungen knüpfen. Er würde also vermutlich Anteile an der Liga erhalten. Möglicherweise würde er auch ein gewisses Mitspracherecht verlangen; die Franchises wären also vielleicht nicht mehr Alleinherrscher über ihre Liga.

Ist ein drittes Modell denkbar?

Ja, daran wird aktuell gewerkelt. Die Franchises arbeiten Vorschläge aus, wie sie doch noch auf einen Nenner kommen könnten. Wie genau die aussehen, ist aber noch unbekannt.

Alfred Tkaczuk

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