Alpine Rams (AFLE) zeigten 2026 vielversprechende Ansätze, konnten sie aber nicht umsetzen


Die Alpine Rams gingen als eines der interessantesten Teams im europäischen Football in die erste AFLE-Saison. Ein physisch starkes Roster, ein erfahrenes Coaching Staff und die berechtigte Erwartung, in der Liga eine Rolle spielen zu können. Am Ende wurde es eine Saison, in der das Team nie wirklich seinen Rhythmus fand – auch wenn es zum Schluss immer wieder zeigte, was in dieser Mannschaft steckt.
Von Beginn an zu undiszipliniert
Die physische Spielweise der Rams war bereits im ersten Saisonspiel deutlich zu erkennen. Das Problem: Zu oft ging damit auch eine Flagge einher. Mit insgesamt 113 Strafen über die Saison hinweg wurden nur die Berlin Thunder noch häufiger bestraft. Immer wieder beendeten die Strafen vielversprechende Drives, bremsten den eigenen Rhythmus und verhinderten, dass eine Offense mit durchaus vorhandenen Qualitäten ihr Potenzial konstant abrufen konnte. Die fehlende Disziplin begleitete die Rams von Woche eins bis Woche vierzehn und wurde nie wirklich abgestellt.
Alle Fotos AFLE26 - Week 4 - ALPatVIK ©️ Wolfgang Huszar
Eine Offense ohne Balance
Neben den Strafen gab es zwei grundlegende Probleme, die die Rams während der gesamten Saison begleiteten. Das Laufspiel war das schwächste der Liga und brachte es im Schnitt lediglich auf 91,08 Rushing Yards pro Spiel. Für ein Team, von dem erwartet worden war, körperlich aufzutreten und den Gegner zu dominieren, war diese Zahl bezeichnend. Ohne ein verlässliches Laufspiel wurde die Offense vorhersehbar und für gegnerische Defenses deutlich leichter auszurechnen und vorzubereiten.
Auch die Situation auf der Quarterback-Position half dabei nicht. Nach dem Saisonauftakt mit Gabriel Cunningham setzten die Rams ab dem zweiten Spiel auf Seth Morgan, ehe Hank Bachmeier für die letzten drei Partien das Kommando übernahm. Bachmeier erwies sich dabei als echte Überraschung. Er gewann zwei seiner drei Starts, kam allein in seinen ersten beiden Spielen auf mehr als 1.000 Total Yards und brachte eine völlig andere Energie in die Offense. Er verteilte den Ball effektiv und gab den Playmakern die Möglichkeiten, auf die sie während der gesamten Saison gewartet hatten.
Die positiven Aspekte
Die Verpflichtung von Bachmeier war der Höhepunkt der Saison der Rams, und seine Zusammenarbeit mit Kevin Kaya wurde zum spannendsten Kapitel. Kaya beendete die Saison als einer von nur drei Receivern der gesamten Liga mit mehr als 1.000 Receiving Yards. Bei den AFLE Honors wurde er zudem als Homegrown of the Year ausgezeichnet – eine absolut verdiente Anerkennung für eine Saison, in der er unabhängig davon, wer den Ball warf, konstant starke Leistungen zeigte.
Eine Defense ohne ausreichende Unterstützung
Auch die Defense der Rams hatte ihre Stärken. Mit 21 Sacks belegte sie gemeinsam mit den Panthers Wroclaw den dritten Platz der Liga. Allerdings musste die Unit einen großen Teil der Saison ohne die Unterstützung einer Offense auskommen, die den Ball kontrollieren und die gegnerische Offense vom Feld halten konnte.
Gegen den Lauf rangierten die Rams auf dem viertschlechtesten Platz der Liga, gegen den Pass waren sie das drittschlechteste Team. Zudem kassierten sie die zweitmeisten Punkte der Liga – nur die Firenze Red Lions ließen noch mehr Punkte zu. Unter anderen Voraussetzungen hätten einige dieser Zahlen möglicherweise anders ausgesehen.
Eine schwierige Offseason steht bevor
Die Alpine Rams konnten die Erwartungen, die vor Saisonbeginn an sie gestellt worden waren, nicht erfüllen. Das wird auch innerhalb der Organisation jedem bewusst sein. Das Talent ist vorhanden. Bachmeier hat das in drei Spielen gezeigt. Kaya hat es über 14 Partien bewiesen.
Doch die vielen Strafen, die wechselhafte Situation auf der Quarterback-Position und das fehlende funktionierende Laufspiel kosteten die Rams zu viele Spiele, die durchaus in ihrer Reichweite lagen.
Was die Zukunft für das Franchise bereithält, bleibt abzuwarten. Für den Moment geht es darum, die Saison aufzuarbeiten – und sich mit den Fragen auseinanderzusetzen, die sie unbeantwortet hinterlassen hat.
A.T.
(Quelle: AFLE)





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