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AFLE zieht Bilanz der Premierensaison und richtet den Blick nach vorn (Zusammenfassung der Gold Bowl PK)

  • Autorenbild: A.T.
    A.T.
  • vor 18 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Gold Bowl Press Conference, 4.9.2026 - SchauInsLand-Reisen Arena, Duisburg
Gold Bowl Press Conference, 4.9.2026 - SchauInsLand-Reisen Arena, Duisburg

Die American Football League Europe (AFLE) hat auf ihrer abschließenden Pressekonferenz vor der ersten Gold Bowl eine positive Bilanz ihrer Premierensaison gezogen und gleichzeitig einen klaren Ausblick auf die weitere Entwicklung der Liga gegeben. Präsident Jim Tomsula, CEO Joel Nagel und COO & Managing Director Moritz Heisler machten dabei deutlich: Die erste Saison war für die AFLE nicht das Ziel, sondern der Ausgangspunkt für den langfristigen Aufbau einer nachhaltigen europäischen Football-Liga.


Tomsula: „Wir bauen ein echtes Team rund um American Football“

Für AFLE-Präsident Jim Tomsula steht zunächst die Tatsache im Mittelpunkt, dass die Liga ihre erste Saison trotz zahlreicher Herausforderungen vollständig absolvieren konnte.

Besonders beeindruckt zeigte sich Tomsula jedoch von der Entwicklung der Zusammenarbeit innerhalb der Liga. Die einzelnen Franchises und die Ligaorganisation seien zunehmend zu einem gemeinsamen Team zusammengewachsen.


Dabei gehe es nicht nur um die sportliche Entwicklung. Die AFLE wolle ihren Teams auch beim Aufbau von Rostern, beim Scouting, bei der Entwicklung von Spielern und Coaches sowie bei organisatorischen Fragen professionelles Know-how zur Verfügung stellen.


Ein wichtiger Baustein ist dabei die neue Player-Personnel-Struktur der Liga. Tomsula verwies auf Mark Gorsick, der die Teams analysiert und ihnen bei der Zusammenstellung ihrer Kader helfen soll. Ziel sei es, das Wissen über professionelles Roster-Building und Scouting innerhalb der Liga weiterzugeben.


Auch die Entwicklung europäischer Talente spielt dabei eine zentrale Rolle. Spieler sollen gezielt gefördert und bei entsprechenden Leistungen auf ihrem Weg zu US-Colleges oder sogar in die NFL unterstützt werden.


Competitive Balance durch Entwicklung

Ein weiterer Schwerpunkt ist für Tomsula die sportliche Ausgeglichenheit der Liga. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, erfolgreiche Teams künstlich zu schwächen. Stattdessen sollen insbesondere die weniger starken Organisationen Unterstützung erhalten, um sich weiterzuentwickeln.

„Jedes Team sollte die Chance haben, das beste zu sein“,

lautet sinngemäß die Philosophie dahinter.

Die AFLE will damit eine Liga schaffen, in der grundsätzlich jedes Team an jedem Spieltag eine realistische Chance auf einen Sieg besitzt.


Joel Nagel:

Eine Liga für die nächsten 25 oder 50 Jahre

CEO Joel Nagel formulierte die langfristige Vision der AFLE noch deutlicher.

Für ihn steht die Nachhaltigkeit der Liga über kurzfristigen Erfolgen. Die AFLE soll keine kurzfristige Erscheinung sein, sondern eine Organisation, die auch in 25 oder 50 Jahren noch existiert.

Eine wesentliche Voraussetzung dafür sei das Vertrauen der Fans. Wer ein Team unterstützt, müsse darauf vertrauen können, dass dieses Team nicht wenige Monate später wieder von der Bildfläche verschwindet.

Deshalb sieht Nagel die Liga auch in einer unterstützenden Rolle gegenüber den Franchises. Wenn ein Team in Schwierigkeiten gerät, müsse die AFLE in der Lage sein, einzugreifen und die Organisation zu stabilisieren.

Gleichzeitig stellte Nagel klar, dass dies nicht bedeute, dass die Liga dauerhaft alle Teams selbst besitzen wolle. Vielmehr sei ein Modell denkbar, in dem sich ligaeigene und unabhängig geführte Franchises ergänzen.

Die zentrale Aufgabe der Liga sei es, ein stabiles Umfeld zu schaffen, in dem die Teams langfristig erfolgreich arbeiten können.


Europa und die USA enger verbinden

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Zukunftsstrategie ist die stärkere Verbindung zwischen Europa und den USA.

Nagel sieht gerade auf dem US-Markt großes Potenzial für die AFLE. Die europäische Saison findet zu einer Zeit statt, in der es in den USA nur vergleichsweise wenig Live-Football gibt. Gleichzeitig bestehe bei vielen amerikanischen Fans eine natürliche Verbindung zu Europa.

Die AFLE soll deshalb auch als eigenständiges Produkt auf dem amerikanischen Markt positioniert werden. TV-Übertragungen, Sponsoring, Merchandise und weitere kommerzielle Möglichkeiten könnten dadurch zusätzliche Bedeutung gewinnen.


Gleichzeitig soll die AFLE als Brücke für Spieler dienen. Europäische Talente könnten über die Liga entwickelt und anschließend an US-Colleges oder in Richtung NFL weitergeführt werden.

Nagel betonte dabei, dass eine Zusammenarbeit mit der NFL nicht bedeute, von der NFL abhängig zu sein. Die AFLE wolle ihren eigenen Weg gehen, gleichzeitig aber dort mit der NFL und ihren Teams zusammenarbeiten, wo gemeinsame Interessen bestehen.


Heisler: Wachstum ja – aber kontrolliert

COO & Managing Director Moritz Heisler richtete den Blick vor allem auf die operative Zukunft.

Die erste Saison habe gezeigt, dass die AFLE auch unter schwierigen Bedingungen funktionieren könne. Gleichzeitig habe die Liga aus den Problemen des Premierenjahres zahlreiche Lehren gezogen.


Für 2027 soll deshalb vieles professioneller und strukturierter ablaufen – insbesondere bei Reiseplanung, Organisation und wirtschaftlicher Vorbereitung der Teams.


Beim Thema Expansion setzt Heisler allerdings bewusst auf einen kontrollierten Ansatz.

Die AFLE wolle wachsen, aber nicht um jeden Preis. Neue Märkte und neue Franchises seien willkommen, müssten jedoch langfristig in die Struktur der Liga passen.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Zahl der Interessenten für neue Franchises bereits höher sei als die Zahl der Teams, die die AFLE kurzfristig aufnehmen möchte.


Neue Organisationen sollen künftig anhand klarer Anforderungen und Kennzahlen bewertet werden. Für Franchises ebenso wie für Mitarbeiter sollen definierte KPIs eine wichtige Rolle spielen.

Damit will die AFLE verhindern, dass schnelles Wachstum erneut zu organisatorischen Problemen führt.


Die Teams sehen den Mehrwert der zentralen Liga-Struktur

Auch aus Sicht der Teams wird die neue Struktur positiv bewertet.

Max Paatz/Pass, General Manager der Vienna Vikings, hob hervor, dass die AFLE den Franchises erstmals eine professionelle Infrastruktur zur Verfügung stelle, die weit über Marketing und Spielorganisation hinausgehe.


Dazu gehören Business-Know-how, sportliche Unterstützung und ein internationales Netzwerk.

Für die Teams bedeutet das: Sie müssen nicht jede Kompetenz selbst aufbauen, sondern können auf eine gemeinsame Infrastruktur und das Wissen der Liga zurückgreifen.


Die Gold Bowl als Startpunkt, nicht als Endpunkt

Damit erhält auch die erste AFLE Gold Bowl eine Bedeutung, die über das Finale der Premierensaison hinausgeht.

Die Liga will das Championship Game als Feier des gesamten europäischen Footballs verstanden wissen – als Treffpunkt für Fans, Teams und die gesamte Football-Community.

Gleichzeitig markiert das Finale den Übergang von der Premierensaison in die nächste Entwicklungsphase.

Die Botschaft der AFLE-Führung ist dabei eindeutig:


Die erste Saison hat gezeigt, dass die Liga funktionieren kann. Jetzt soll daraus eine langfristig stabile und professionell wachsende Football-Liga entstehen.


Dabei setzt die AFLE auf drei zentrale Säulen:

stabile Franchises,

kontrolliertes Wachstum und

eine stärkere Verbindung zwischen europäischem und amerikanischem Football.


A.T.

(Quelle: AFLE Press Conference by Sebastian Mühlenhof)

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