AFLE bleibt bei Berlin Thunder gelassen: „Kein Risiko“ für ELF-Ansprüche
- A.T.

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Zeljko Karajica (ELF) behauptet, die Hauptstadt-Franchise sei weiterhin an die von ihm geführte ELF gebunden. AFLE-Geschäftsführer Moritz Heisler widerspricht und gibt Einblicke in die Vertragssituationen sowie den aktuellen Stand der neuen Liga.
Die Lage im europäischen Football hat sich weiter zugespitzt. Zeljko Karajica, Gründer und Geschäftsführer der European League of Football (ELF), betont in einer öffentlichen Kampagne, dass der Ligabetrieb wie geplant weiterlaufen soll und einige Teams – vor allem aus der European Football Alliance (EFA) – weiterhin unter Vertrag stünden.
Möglicherweise auch deshalb sind die Madrid Bravos aus der EFA eingeknickt und werden in diesem Jahr gar nicht antreten. Offiziell ist von einer „strategischen Entscheidung“ die Rede. Karajica verweist jedoch nicht nur auf insgesamt fünf EFA-Teams, sondern auch auf Berlin Thunder aus der American Football League Europe (AFLE). Also jener Liga, in der auch Rhein Fire spielt – dessen ELF-Austritt offenbar selbst aus Karajicas Sicht rechtmäßig ist. Der von Thunder hingegen nicht.

Die Aussagen des ELF-Bosses haben erneut Unruhe ausgelöst. Die AFLE hat gerade ihren Spielplan veröffentlicht; ein Rechtsstreit um eine Franchise wäre entsprechend problematisch. Die Sport-Redaktion der Rheinischen Post fragte deshalb bei der AFLE nach der Vertragssituation der ehemaligen ELF-Franchises. Die Fragen und Antworten von Geschäftsführer Moritz Heisler im Wortlaut:
Welche konkreten Sicherheiten hat die AFLE, dass die vier ehemaligen ELF-Franchises rechtswirksam aus der ELF ausgeschieden sind?
„Die Verträge der Franchises Vienna Vikings, Rhein Fire und Wroclaw Panthers mit der European League of Football sind ordnungsgemäß zum Ende des Jahres 2025 ausgelaufen. Eine automatische Vertragsverlängerung war nicht vorgesehen. Der Vertrag von Berlin Thunder, der ursprünglich über 2025 hinauslief, wurde im Rahmen des Insolvenzverfahrens der Betreibergesellschaft durch den zuständigen Insolvenzverwalter privilegiert beendet. Diese Kündigung wurde zur Kenntnis genommen. Die American Football League of Europe hat die Sachverhalte im Vorfeld geprüft und geht davon aus, dass die genannten Franchises ihre bisherigen vertraglichen Verpflichtungen ordnungsgemäß beendet haben.“
Wie bewertet die AFLE das Risiko, dass die ELF Ansprüche gegenüber Klubs oder Betreibergesellschaften geltend macht?
„Nach Prüfung der relevanten Sachverhalte sieht die American Football League of Europe kein Risiko für die teilnehmenden Teams im Hinblick auf mögliche vertragliche Verpflichtungen, Exklusivitätsklauseln, Marken- oder Lizenzrechte sowie etwaige Schadenersatzansprüche der European League of Football. Zu möglichen rechtlichen Risiken oder bestehenden Verpflichtungen anderer Organisationen oder Teams, die weiterhin vertragliche Bindungen gegenüber der ELF haben könnten, äußert sich die AFLE nicht.“

Können Sie Fans garantieren, dass die AFLE-Saison 2026 mit allen acht Teams stattfindet?
„Die AFLE plant und organisiert die Saison 2026 wie angekündigt mit acht Franchises. Gegenüber den Teams besteht eine vertragliche Verpflichtung der Liga, einen Spielbetrieb mit acht Mannschaften durchzuführen. Grundlage dieser Einschätzung ist unter anderem eine umfassende Prüfung der organisatorischen und wirtschaftlichen Strukturen der Franchises. Die Liga hat durch laufende Abstimmungen und Vertragsbeziehungen einen detaillierten Einblick in den Stand der Vorbereitungen. Der operative Aufbau der Saison ist weit fortgeschritten: Kaderplanung, erste Trainingseinheiten, Produktion von Team-Ausstattungen und Merchandise, Verträge mit Produktionspartnern für die Spielübertragungen sowie Vereinbarungen mit Medienpartnern sind bereits umgesetzt oder abgeschlossen.
Und weiter:
"Wie in jeder professionellen Sportorganisation können äußere Faktoren Einfluss nehmen, etwa infrastrukturelle Veränderungen an Spielstätten oder kurzfristige Terminüberschneidungen. Nach aktuellem Stand sieht die AFLE jedoch keine Anzeichen, die den vorgesehenen Spielbetrieb mit acht Teams infrage stellen.“

Zum Schluß:
„Ein zentraler Bestandteil eines funktionierenden Ligabetriebs ist der Spielplan. Dieser wurde inzwischen veröffentlicht und bildet die Grundlage für die weitere Planung der Saison 2026. Die Veröffentlichung erfolgte etwas später als ursprünglich vorgesehen, da zunächst das finale Liga-Lineup und die Stadionverfügbarkeiten geklärt werden mussten. Nach Abschluss dieser Abstimmungen konnte der Spielplan finalisiert und rechtzeitig vor Saisonbeginn kommuniziert werden. Die AFLE blickt mit großer Vorfreude auf die bevorstehende Saison und freut sich darauf, gemeinsam mit Teams und Fans den Start der Liga zu erleben.“
A.T.
(Quelle: Rheinische Post - Stefan Janssen)





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